Der Bahndirektor der Belalp stellt sich den Fragen seiner Gäste


Skifahren mit dem Direktor: Mario Gertschen nimmt immer wieder Gäste mit auf die Piste. Stellt sich ihren Fragen, erklärt Arbeitsabläufe, begründet Entscheidungen und hofft auf mehr Verständnis.

Publiziert:  03.01.2025 auf pomona.ch

Radioreportage zum Nachhören

Mario Gertschen begrüsst die Gäste morgens bei einem Kaffee: «Ich freue mich, dass ihr alle hier seid. Ihr seid herzlich eingeladen ungeniert, alles zu fragen, was ihr immer schon wissen wolltet.»

Unter dem Slogan «Skifahren mit dem Direktor» nimmt der Geschäftsführer der Belalp Bergbahnen immer wieder Interessierte mit auf die Piste. Um auf alle Fragen eingehen zu können, ist die Teilnehmerzahl auf maximal 10 Personen begrenzt. Heute waren es genau 10 Personen, darunter zwei Familien mit Kindern. Die meisten der Teilnehmenden sind Stammgäste der Belalp.

Während der Abfahrten und kurzen Pausen erklärt Gertschen, wie die technischen Anlagen funktionieren, welche Herausforderungen der Klimawandel mit sich bringt und warum wirtschaftliche Entscheidungen manchmal auch für Unmut sorgen. Er stellt sich im direkten Gespräch den Fragen der Gäste und muss auch immer wieder Kritik einstecken. «Lieber mache ich das in einem lockeren Gespräch, als dass ich auf böse Mails antworten muss», erklärt er.

Mit dem Hintergrundwissen würden die Gäste mehr Verständnis zeigen. Wieso die Belalp Bahnen im Frühling nicht länger geöffnet haben, wollte ein Gast wissen. Die Schneeverhältnisse wären oft noch gut, er würde gerne im April noch auf die Piste. Mario Gertschen erklärt, dass die Gästefrequenzen im Frühjahr zu tief sind, dass sich ein Betrieb lohnen würde.

Beim Besuch auf der Rettungsstation zeigt Gertschen auf, welche Sicherheitsmassnahmen stimmen müssen, bis eine Piste geöffnet werden kann. Er erklärt die Vorgänge der Sicherungsarbeiten: «Alle Gebiete wollen nach Schneefällen sprengen. Wir bekommen einen Termin bei der Helikopterunternehmung. Passt das Wetter in diesem Zeitfenster nicht, sind die nächsten an der Reihe.»

Dann muss gewartet werden, bis ein nächster Slot frei ist. So kann es kommen, dass bei Öffnung des Gebiets am Morgen nicht direkt alle Pisten freigegeben sind. Eine Sprengung per Helikopter kostet die Belalp Bergbahnen 2500 Franken.

 

Die Kostenpunkte, welche Mario Gertschen im Verlaufe des Morgens anspricht, erstaunen die Teilnehmenden. Ein Pistenfahrzeug mit Winde kostet in der Anschaffung 600’000 Franken.

Das wirklich teure ist dann aber der Unterhalt, erklärt der Werkstattchef. So kostet ein Steg der Raupe am Fahrzeug 250 Franken. Eine Raupe besteht aus 150 Stegen und diese müssen regelmässig gewechselt werden. «Wenn man sieht, wie viel der Betrieb eines Skigebietes kostet, müssen wir froh sein, dass wir es uns als Familie überhaupt leisten können, hier Ferien zu verbringen», bilanziert einer der Gäste.


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