Publiziert: 05.06.2024 auf pomona.ch
Jelena Kalbermatten, Joel Brenner
Die Walliser Berghütten starten mit aussergewöhnlich viel Schnee in die Sommersaison. Dadurch bleiben einige Gäste aus, doch der viele Schnee hat auch Vorteile.

Die Radioreportage zum Nachhören:
Die Sommersaison der Berghütten beginnt. In höheren Lagen liegt für die Jahreszeit aussergewöhnlich viel Schnee. Die Wege zu den Hütten sind mit Schnee bedeckt, oft nur sporadisch markiert.
Nur erfahrene Alpinisten finden unter diesen Bedingungen den Weg zu den Hütten. Viele Gäste bleiben aus.
Andrea Strohmeier ist die Hüttenwartin der Lötschenpasshütte auf 2690 Metern über Meer. Der Zustieg zur Hütte ist ab 2100 Metern komplett schneebedeckt. Hüttenwartin Strohmeier sagt: «Wir hatten bis jetzt noch keine Gäste.» Zum Start der Saison wird die Lötschenpasshütte zuerst gereinigt. Zudem gebe es in der Hütte einige Dinge, die durch im Winter entstandene Schäden repariert und renoviert werden müssen.
«Aus Erfahrung können wir sagen, dass die Wege ab Mitte Juni gespurt begehbar sind.» Strohmeier ist optimistisch, bis in zwei bis drei Wochen sei dies sicher machbar. «Für uns kam es nicht infrage, den Saisonstart aufgrund des Schnees nach hinten zu verschieben. Es gibt genug zu tun und wir geniessen es momentan, langsam hier oben anzukommen.»
Beat Dietrich ist der Hüttenwart der Lötschenpasshütte. Laut Schneemessung auf 2700 Metern im Skigebiet habe es 4,5 Meter Schnee. Dietrich sagt: «Hinter den Hütten liegt bis zu acht Meter gesetzter Schnee.» Rund um die Hütten seien es etwa vier bis sechs Meter. Zu Beginn der Saison liege jeweils viel Schnee um die Lötschenpasshütte, da die Hüttenwarte die Saison relativ früh starten. Doch diese Saison sei aussergewöhnlich. «Über den ganzen Winter habe ich in den letzten 40 Jahren noch nie so viel Schnee gesehen.»
Die Lötschenpasshütte ist im Winter auch geöffnet. Ein Schneeschuhtrail verbindet die Hütte mit der Station des Skigebiets Lauchernalp. Dank des vielen Schnees konnte die Hütte über diesen Weg mit dem Pistenfahrzeug erreicht werden.

Transportiert wurden Wasser, Getränke oder Baumaterialien. «Somit konnten wir uns die Kosten von etwa zehn bis fünfzehn Helikopterflügen sparen.» Etwa alle vier Jahre liege zum Start der Sommersaison noch genug Schnee, dass die Hütte per Pistenfahrzeug erreichbar sei. Am Montag sei jedoch der letzte Transport mit dem Pistenfahrzeug gewesen, da der Schnee auf gewissen Teilen des Schneeschuhtrails bereits geschmolzen sei.