Nachdem ein Steinschlag vergangene Woche einen Felsturm instabil gemacht hat, veranlasst die Matterhorn Gotthard Bahn die Sprengung.
Publiziert: 18.12.2023 auf pomona.media
Jelena Kalbermatten, Yannick Mühlemann

Radioreportage zum Nachhören
Am Montag letzter Woche kam es auf Höhe Kipferwald zu einem Steinschlag, der die Matterhorn Gotthard Bahn (MGBahn) beeinträchtigte. Der Streckenabschnitt zwischen Kalpetran und St. Niklaus wurde mit Geologen unter Einbezug der zuständigen Behörden kontrolliert und die MGBahn setzte Sofortmassnahmen um, damit die Risiken minimiert werden konnten. Der exponierte Abschnitt wurde weiter überwacht und Ersatzbusse ab Visp wurden organisiert. Nun ist eine Woche darauf die Sprengung eines instabilen Felsturms durchgeführt worden.
Am Montagmorgen fuhren die Züge der MGBahn auf der Strecke zwischen Visp und St. Niklaus zunächst gemäss Fahrplan, bis der Bahnverkehr auf dieser Strecke ab 14.00 Uhr für die Sprengung unterbrochen wurde. Diese Unterbrechung dauert bis mindestens Dienstagmorgen um 10.00 Uhr, wahrscheinlich aber bis Mittag. Während des Unterbruchs werden Ersatzbusse gemäss Fahrplan eingesetzt.
Eric Pointner ist Geologe und erklärt, was vorgefallen ist. «Das erste Steinschlagereignis war das Vorzeichen eines grösseren Ereignisses, das sich im Verlauf der Nacht ereignete», sagt er. «Dabei brachen etwa 200 bis 300 Kubik Felsmaterial ab.» Diese Masse habe einem 35 Meter hohen Felsturm den Fuss weggebrochen, welcher dadurch instabil wurde.
Schnell habe man sich deshalb entschlossen, den Turm zu sprengen. Um 14.30 Uhr am Montag wurde der Felsturm mit einer kontrollierten Sprengung gesichert. «Die Sprengung verlief ideal. Alles, was sich lösen sollte, kam runter», sagt Eric Pointner. «Die Schwierigkeit war, dass wir keine Möglichkeit hatten, Bohrlöcher zu setzen. Wir konnten die Sprengladungen nur punktuell anbringen.» Das habe es schwierig gemacht abzuschätzen, wie sich die Sprengung verhalten werde. Es habe aber sehr gut geklappt.
Seitens MGBahn gilt es nun, Schäden zu beheben. Diese halten sich aber in Grenzen, wie Thomas Theler, Leiter Instandhaltung Infrastruktur der MGBahn, sagt. «Wir konnten bereits eine erste Analyse machen», erklärt er. «Die Fahrbahn ist grösstenteils intakt. Wir hatten zwei kleinere Einschläge im Bereich des Schotters und zwei Fahrleitungen müssen ausgetauscht werden.»
Die Lage im Gebiet der Sprengung sei nun sicher, bestätigt Eric Pointner. «Im Sturzbereich hat die Sprengung einzelne Blöcke gelöst, die in den nächsten Tagen noch herunterstürzen können», sagt er. «Wir müssen morgen beobachten, wie sich die Lage dort entwickelt. Aber der Bereich der Sprengung ist sicher.» Man versuche, das Möglichste zu tun, um diese Sicherheit weiter zu gewährleisten.