Was machen die Schlittenhunde im Sommer?


Huskys kennt man vor allem als Schlittenhunde. Aber was machen sie im Sommer? Anja Nehrenheim lebt in Eisten mit 15 Sibirischen Huskys. Ein Besuch.

Publiziert: 19.05.2024 auf pomona.media
Jelena Kalbermatten, Rebecca Schüpfer, Bilder: Daniel Berchtold

Radioreportage zum Nachhören

Huskys fühlen sich besonders in Gegenden wohl, wo es kalt ist. Im Norden, in Grönland, in der Antarktis. Oder im Oberwallis vor allem im Winter. In Eisten leben deren 15. Sie alle gehören zu Anja Nehrenheim. 

Nehrenheim ist 42 Jahre alt, stammt aus Bayern und zog vor sechs Jahren mit ihrem Ehemann und den Hunden nach Eisten. Die Gegend sei wunderschön hier, sagt sie. «Die verschiedenen Höhenlagen und die Ebenen eignen sich bestens für angepasste Trainings.» 

Wenn die Temperaturen steigen und der Sommer naht, wechseln Nehrenheims Hunde ihr Fell. Die Unterwolle fällt ab und das Sommerfell wächst. Die Temperaturen würden die Tiere gut aushalten, sagt Nehrenheim. Aber das Training mit den Hunden müsste im Sommer angepasst werden. Die Skier am Trainingsschlitten werden abgebaut und Räder installiert. 

Nehrenheim steht von Juli bis August vier- bis fünfmal pro Woche um 3 Uhr nachts auf, um mit den Hunden zu trainieren. Dann, wenn die Temperaturen noch tiefer sind. «Die Hunde sind kein Motorrad, das man eine gewisse Zeit abstellen kann. Sie brauchen mich immer.»

Huskys werden im Wallis auch für touristische Zwecke genutzt. Valais Wallis Tourismus wirbt auf seiner Webseite ebenfalls mit Hundeschlittenfahrten und verspricht ein Gefühl wie im hohen Norden. Auch in der Moosalpregion werden solche Fahrten seit 2022 angeboten. Seither transportieren die Tiere auf dem Plateau der Hellela Kundinnen und Kunden. Husky-Fahrten gibt es überdies in Oberwald und im Lötschental. 

Auch Nehrenheim bietet solche Touren an. Im Winter vor allem Schlittentouren, im Sommer Trekking. Das Trekking sei vor allem bei Menschen aus der Stadt beliebt. «Beim Trekking kannst du die Verantwortung für ‹deinen eigenen› Hund übernehmen», sagt Nehrenheim. 

Seit 22 Jahren hält Nehrenheim Huskys. Ihr mache das Spass, sie gehe mit den Tieren gerne raus. Dann habe sie ihre Ruhe. Die Tiere seien voller Elan und Lebensfreude, mögen Sport, aber seien oft eigensinnig, sagt Nehrenheim. «Das macht aber auch mich aus», sagt sie und lacht. 

Huskys können zwischen 20 und 25 Kilogramm schwer werden und insgesamt 130 Kilogramm ziehen. Bereits vor 4000 Jahren wurden Huskys als Schlittenhunde eingesetzt. 1908 fand in Alaska das erste Schlittenhunderennen statt und wurde auf einer Strecke von über 670 Kilometern durchgeführt. 

Als sich Nehrenheim vor 22 Jahren einen Hund anschaffen wollte, war sie zu Beginn unschlüssig darüber, welche Rasse es sein sollte. Für sie war aber immer klar: «Der Hund muss sportlich sein.» 

Zum ersten Mal in Kontakt mit Huskys kam Nehrenheim an einem Hundeschlittenrennen. Sie schaffte sich einen an, dann einen zweiten, bis es plötzlich 15 waren. Alleine aber könnte Anja Nehrenheim ihre Huskys nicht halten. Ihr Mann Philipp hilft, so gut es geht. 

Vor sechs Jahren lebten Nehrenheim und ihr Mann in der Nähe von Zürich. Das sei aber anstrengend gewesen, weil sie aufgrund der Nachbarn immerzu auf die Lautstärke der Tiere achten musste. Das Gemeinschaftsheulen ist bei Huskys weitverbreitet. Das Geheul kann über Stunden andauern. Teils ohrenbetäubend. In Eisten haben die beiden und die Hunde keine direkten Nachbarn. Das passe gut, so Nehrenheim. 


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